Interview mit Nina Zipfel

Nina Zipfel (17) hat bei den Hip Hop-Weltmeisterschaften im italienischen Rimini im vergangenen Oktober gute Ergebnisse eingefahren. In unserem Interview erzählt sie von der Trainingsphase, der WM selbst und ihren Zielen für die Zukunft.


Paul Götz: Hallo Nina! Wie waren die Weltmeisterschaften denn allgemein für dich?

Nina Zipfel: Es war auf jeden Fall ein großes Erlebnis. Ich war ja schon mal auf der WM letztes Jahr, aber nur für zwei Tage. Dieses Jahr war die WM in Italien, in Rimini. Ich war eine ganze Woche dort und die Stimmung war einfach mega, unter den Tänzern, aber auch unter uns in der Gruppe. Wir waren zusammen in einem Hotel, es war einfach cool.

Paul Götz: War die WM während der Schulzeit oder in den Ferien?

Nina Zipfel: Die war während der Schulzeit. Ich habe dann halt frei bekommen. (lacht)

Paul Götz: Welches System gibt es überhaupt bei der WM?

Nina Zipfel: Es ist so, dass jeden Tag eine oder auch mehrere Kategorien ausgeführt werden. Am ersten Tag wird z.B. im Duo getanzt, an einem anderen Solo, Gruppe oder Formation. Manchmal kann es auch sein, dass beispielsweise Solo über zwei Tage geht, weil einfach so viele teilnehmen. In einem Wettbewerb gibt es dann immer mehrere Runden, also Vorrunde, Zwischenrunde, es folgen Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und schließlich das Finale.

Paul Götz: Wie sahen eure Vorbereitungen aus?

Nina Zipfel: Wir hatten ganz normal Training, wobei vor Meisterschaften besonders viel trainiert wird. Normalerweise zweimal die Woche, aber vor Meisterschaften sind es dann schon fünf bis sechs Trainingseinheiten, bestehend aus Aufwärmen und anschließendem Durchgehen der Choreo.

Paul Götz: Und wie lange arbeitet ihr an solch einer Choreographie?

Nina Zipfel: Für eine Choreographie kann man bis zu einem halben Jahr brauchen...

Paul Götz: Waren du und deine Gruppe mit deinen, beziehungsweise euren Leistungen zufrieden?

Nina Zipfel: Ja, eigentlich war ich schon zufrieden. Der Trainer und die Gruppe ebenso. Bei meiner kleinen Gruppe gab es ein paar Dinge, die nicht so gut liefen, zum Beispiel ist ein Mädchen hingefallen... aber das passiert nun mal. Es gibt ja mehrere Meisterschaften.

Paul Götz: Hattet ihr während des WM-Programms noch genügend Zeit für andere Aktivitäten in Rimini?

Nina Zipfel: Ich war eigentlich immer bei der Meisterschaft im Einsatz oder habe getanzt, allerdings haben einige meiner Freunde lediglich in einer Gruppe getanzt und hatten entsprechend viel Freiraum, den sie nutzten um beispielsweise shoppen zu gehen.

Paul Götz: Hast du Leute getroffen oder neue Freundschaften mit Personen aus dem Ausland geschlossen?

Nina Zipfel: Ja, z.B. viele Engländer, Niederländer, aber auch Deutsche. Die lernt man auch auf den Nationalmeisterschaften kennen.

Paul Götz: Kamen die Tänzer hauptsächlich aus Europa oder auch aus Asien und Amerika?

Nina Zipfel: Die meisten kamen aus Europa, ja, vor allem, da dort der Hauptstandort der Organisation ist. Es waren aber auch welche aus Asien, Südafrika und Kanada da. Also schon aus der ganzen Welt.

Paul Götz: Kannst du im Nachhinein sagen, dass die WM eine gute Erfahrung für dich war?

Nina Zipfel: Auf jeden Fall! Tanzen ist einfach (lacht) ... gut.

Paul Götz: Würdest du gerne auf die diesjährige WM? Dein Abi steht bald an, wirst du das Tanzen dann pausieren müssen?

Nina Zipfel: Ja, ich würde liebend gerne wieder zur WM, aber während des Abis werde ich wohl ca. zwei Wochen aussetzen müssen. Jedoch finden im Frühling meistens nur die nationalen Meisterschaften statt, im Oktober ist dann die Weltmeisterschaft.

Paul Götz: Und wie qualifiziert man sich bei dieser?

Nina Zipfel: Alles läuft national ab. Zuerst die süddeutschen, da kann man sich für die deutschen Meisterschaften qualifizieren und je nachdem, wie man auf der DM abschneidet, darf man auf die EM oder auf die WM. Bewertet wird von einer Jury.

Paul Götz: Vielen Dank für das Gespräch!!